Neue Richtlinie zur Energieeffizienz stößt auf Widerstand in der EU

Europa hängt bei der Erreichung seiner Energieziele weit hinterher. Eine neue Richtlinie zum Thema Energieeffizienz mit bindenden Zielen soll Abhilfe schaffen. Aber die Mitgliedsstaaten wollen sich nicht verpflichten lassen.

 

Die neue Richtlinie zur Energieeffizienz, die derzeit noch in Bearbeitung ist, ersetzt die beiden Richtlinien zu Kraft-Wärme-Koppelung (2004/8/EC) sowie zu Endenergieffizienz und Energiedienstleistungen (2006/32/EC). Beide haben es nicht geschafft, das Energieeinsparpotenzial voll auszuschöpfen. Die europäische Kommission hat daher jetzt einen neuen Vorschlag vorgelegt, der Elemente aus beiden Regelwerken aufgreift. Die wichtigsten Bausteine der neuen Richtlinie, jeweils umzusetzen auf nationaler Ebene:

  • Die Verpflichtung der Mitgliedsstaaten, jährlich 3% der Gesamtbodenfläche der öffentlichen Gebäude zu renovieren (Artikel 4)
  • Die Verpflichtung der Energieversorgungsunternehmen, den Energieverbrauch der „Endkunden" um 1,5% jährlich zu reduzieren (Artikel 6)
  • Die Erstellung nationaler „Heiz- und Kühlpläne" zur Förderung hocheffizienter Kraft-Wärme-Koppelung sowie Fernwärme- und Kältenetzen (Artikel 10).

Diese Artikel werden derzeit im EU Parlament und im EU-Rat. Letzterer sprach sich Ende November gegen die Einführung verpflichtender Ziele aus. Auf dem Hintergrund der Wirtschaftskrise wird mehr Flexibilität gefordert und die Möglichkeit, maßgeschneiderte Energiesparpläne für das jeweilige Land schaffen zu können.

 

Die Kälte- Klima- und Wärmepumpenindustrie hingegen begrüßt grundsätzlich die Einführung der neuen Richtlinie und ihrer bindenden Ziele, die Europa dank reduziertem Energieverbrauch langfristig unabhängiger von Gas- und Ölimporten macht. Hier richtet sich die Kritik gegen einen ganz anderen Punkt. So halten verschiedene Verbände, darunter der europäische Verband für Kälte- Klima- Wärmepumpentechnik EPEE und der europäische Verband für Wärmepumpen EHPA die Richtlinie für zu restriktiv in Bezug auf die vorgeschlagenen technologischen Lösungen, die sich in erster Linie auf Kraft-Wärme-Koppelung und Fernwärmenetze beziehen, andere Lösungen wie zum Beispiel Wärmepumpentechnologie jedoch nicht berücksichtigen.

 

 

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