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Kältemittel im internationalen Brennpunkt
Klimaverhandlungen in Cancun, Revision der F-Gas Verordnung, HFCKW-Ausstieg: die Kältemittel stehen mehr denn je im Brennpunkt. Auch wenn das übergeordnete Ziel der Schutz von Umwelt und Klima ist, sind die Maßnahmen hierfür nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen.
So stand bei den Montreal Protokoll Verhandlungen, die im Juni in Genf stattfanden, der Ausstieg aus ozonabbauenden Substanzen auf dem Programm, das heißt unter anderem aus R-22, das selbst in Europa noch immer in großen Mengen in bestehenden Anlagen vorhanden ist und in Ländern wie beispielsweise China auch noch in großem Umfang eingesetzt wird.
Während zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Montreal Protokolls HFKWs die erklärte Lösung für den Ausstieg aus den ozonabbauenden Substanzen darstellten, hat sich das Bild im Zuge der Klimadiskussion erheblich gewandelt. Entsprechend wurde bei den Genfer Verhandlungen in diesem Jahr unter anderem ein möglicher Phase-Down der HFKWs, das heißt die sukzessive Einschränkung des HFKW Verbrauchs diskutiert - eine Lösung, die beispielsweise von Nordamerika befürwortet wird.
Die nächsten Schritte zum Thema HFCKW Ausstieg sollen bereits im November beim nächsten Treffen der Parteien in Uganda besprochen werden. Dann steht allerdings auch schon der Klimagipfel in Mexiko, das „Follow-up" des Kopenhagener Gipfels auf dem Programm, der vom 29. November bis zum 10. Dezember in Cancun stattfinden soll.
Auch hier werden Konferenzen und Treffen im Vorfeld abzuhalten, um die wichtigsten Fragen und Entscheidungen vorzubereiten. Das letzte Treffen fand im August in Bonn statt und lieferte eher magere Ergebnisse. Von EU-Klimakomissarin Connie Hedegaard wurde es gar als ein Schritt nach hinten anstatt nach vorn bezeichnet, da alte Positionen wieder in das Kopenhagener Papier integriert wurden und zu viele Optionen gleichzeitig diskutiert wurden.
Dies ist gleichzeitig der hochkomplexe Hintergrund für die in 2011 anstehende Revision der F-Gas Verordnung, für die die Vorarbeiten bei der EU-Kommission bereits auf Hochtouren laufen. Hier geht es derzeit vor allem darum festzustellen, ob und inwiefern die F-Gas Verordnung tatsächlich dazu beiträgt die Emissionen aus Kälte- und Klimatechnik zu reduzieren.
Das mag auf den ersten Blick weniger komplex erscheinen als die genannten internationalen Verhandlungen, ist aber dennoch ein umfangreiches Unterfangen, denn auch wenn die Verordnung von zahlreichen Ländern bereits erfolgreich umgesetzt wird, gibt es dennoch Nachzügler und vor allem in Bezug auf die Zertifizierung von Fachpersonal und Betrieben erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten. Es bleibt also weiterhin spannend und die Branche muss flexibler denn je auf die globalen, europäischen und nationalen Entwicklungen reagieren |